Tales of Phantasia gehört zu den wichtigsten japanischen Rollenspielen der 1990er Jahre und legte den Grundstein für eine der bekanntesten JRPG-Reihen überhaupt.
Der Beginn der Tales-Serie
Als Tales of Phantasia 1995 in Japan für das Super Famicom erschien, setzte das Spiel neue Akzente im Genre. Während viele Rollenspiele damals auf rundenbasierte Kämpfe setzten, präsentierte das Entwicklerteam ein actionreiches Echtzeitkampfsystem. Gegner erschienen direkt auf einer seitlich dargestellten Kampffläche, wodurch Gefechte deutlich dynamischer wirkten als bei vielen Genre-Konkurrenten.
Entwickelt wurde das Spiel ursprünglich von Wolf Team und veröffentlicht von Namco. Später entwickelte sich daraus die bekannte Tales-Reihe von Bandai Namco Entertainment.
Die Geschichte rund um Cress und Dhaos
Im Mittelpunkt der Handlung steht Cress Albane, dessen Heimatdorf zerstört wird. Gemeinsam mit seinen Begleitern reist er durch verschiedene Zeitepochen, um den mächtigen Dhaos aufzuhalten. Zeitreisen bilden einen zentralen Bestandteil der Geschichte und sorgen dafür, dass sich Schauplätze und Figuren im Verlauf des Spiels verändern.
Besonders die Mischung aus Fantasy, emotionalen Charaktermomenten und ernsteren Themen sorgte dafür, dass viele Fans die Geschichte bis heute als einen der stärksten Teile der Reihe betrachten.
Kosuke Fujishimas Stil prägt die Figuren
Kosuke Fujishima übernahm bei Tales of Phantasia das Charakterdesign und brachte seinen markanten Manga-Stil in das Spiel ein. Viele Figuren wirken dadurch stark von Anime und Manga inspiriert. Gerade Fans japanischer Rollenspiele verbinden die Reihe bis heute mit seinen Zeichnungen.
Fujishima arbeitete später auch an weiteren bekannten Teilen der Reihe mit, darunter:
- Tales of Symphonia
- Tales of Vesperia
- Tales of the Abyss
Dadurch entstand ein wiedererkennbarer Stil, der die Serie über Jahrzehnte prägte.
Technische Besonderheiten auf dem Super Famicom
Für damalige Verhältnisse beeindruckte Tales of Phantasia technisch enorm. Das Modul nutzte einen speziellen Zusatzchip und bot sogar Sprachsamples im Intro. Mitte der 1990er galt das als außergewöhnlich.
Auch die Animationen der Figuren wirkten flüssiger als bei vielen anderen Rollenspielen dieser Zeit. Zusammen mit dem actionreichen Kampfsystem entstand dadurch ein deutlich moderneres Spielgefühl.
Zahlreiche Neuauflagen
Im Laufe der Jahre erhielt Tales of Phantasia mehrere neue Versionen für unterschiedliche Plattformen. Dazu zählen unter anderem:
- PlayStation
- Game Boy Advance
- PlayStation Portable
- iOS
Die PSP-Version ergänzte zusätzliche Sprachausgabe und weitere Komfortfunktionen. In Europa erschien offiziell vor allem die Game-Boy-Advance-Version.
Fans hoffen weiterhin auf ein modernes Remake
Bis heute wünschen sich viele Spieler eine moderne Neuauflage von Tales of Phantasia. In Community-Diskussionen taucht der Titel regelmäßig als Wunschkandidat für Remaster oder Remakes auf. Besonders weil viele ältere Tales-Spiele nur schwer erhältlich sind, gilt der erste Teil der Reihe weiterhin als wichtiges Stück JRPG-Geschichte.
Einfluss auf spätere JRPGs
Die Kombination aus Anime-Optik, Echtzeitkämpfen und emotionaler Handlung beeinflusste zahlreiche spätere Rollenspiele. Viele Elemente, die heute typisch für die Tales-Reihe erscheinen, entstanden bereits in Tales of Phantasia.
Dazu gehören:
- Charakterinteraktionen während der Reise
- actionorientierte Kämpfe
- Anime-Zwischensequenzen
- humorvolle Dialoge neben ernsten Themen
- ein stärkerer Fokus auf Gruppendynamik
Dadurch gilt das Spiel bis heute als Meilenstein des Genres.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich aus dem ersten Abenteuer rund um Cress Albane eine der langlebigsten JRPG-Serien überhaupt. Gerade durch die Verbindung aus Rollenspiel, Anime-Stil und emotionalem Storytelling besitzt Tales of Phantasia auch heute noch einen besonderen Stellenwert unter Fans japanischer Spiele. Wer sich mit der Geschichte der Tales-Reihe beschäftigt, stößt früher oder später automatisch auf diesen Klassiker und auf den prägenden Einfluss von Kosuke Fujishima.
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